Fuß-Reha Phase 3

Fuß-Reha - Phase 3

Die größte Hürde ist geschafft - die Normalität kehrt zurück. In diesem Beitrag erfahren Sie alles, was Sie in der dritten Phase Ihrer Rehazeit nach einer Fußverletzung beachten sollen und wie Sie Ihre Muskulatur stärken können.

Ihre Ziele der Phase 3

Die kritische Phase ist überwunden. Nun stehen für Sie folgende Ziele im Vordergrund:

  • Schrittweise Erhöhung der Belastung bis zum freien Gang
  • Verbesserung der allgemeinen Kondition und Beweglichkeit

Das von Beginn an durchgeführte Training wird kontinuierlich gesteigert. Sie werden sich dadurch in Ihren Bewegungsabläufen zunehmend sicherer fühlen.

Reduktion der Schwellung:

Sollten diese Anzeichen nach der Belastung trotzdem auftreten, reagieren Sie sofort mit

  • 15 bis 45 min. gezielter Einsatz von Kälte zur Schmerzlinderung
  • Salbenverband
  • Quarkwickel

Ein Quarkwickel wirkt abschwellend, entzündungshemmend, schmerzlindernd und angenehm kühlend.

So geht's:

Quark ca. 0,5 cm dick auf eine Kompresse oder einen Lappen streichen und großflächig auf die Behandlungsfläche legen. Um eine Infektion zu vermeiden, sollten Sie die Wunde unbedingt mit einem wasserdichten Pflaster abkleben. Der Quark sollte kühl aber nicht eiskalt sein. Etwa 15 Minuten einwirken lassen oder bis er warm/trocken geworden ist. Den Quarkwickel bei Bedarf wiederholen.

Vollbelastung

Beim Übergang zum Gehen ohne Gehstützen lassen Sie sich ruhig ein paar Tage Zeit. Sie können die Gehstützen weglassen, sobald Sie einen normalen, nicht hinkenden Gang erreicht haben. Zu Beginn sollten Sie nur kurze Wege (z. B. in der Wohnung) ohne Gehstützen zurücklegen. Mit zunehmender Sicherheit können Sie auch für längere Strecken auf die Gehstützen verzichten.

Wenn Sie sich am Anfang noch sehr unsicher fühlen, drehen Sie die Gehstützen einfach um und setzen Sie als Spazierstöcke ein. Das erhöht die Belastung, ohne gleich ganz auf Unterstützung zu verzichten. Das Gehen mit nur einer Gehstütze ist nicht zu empfehlen, da es den „humpelfreien“ Gang eher verzögert. Nutzen Sie also, bis Sie frei gehen können, beide Stützen.

Kräftigung des seitlichen Unterschenkelmuskels

EMS ist die Abkürzung für Elektrische Muskelstimulation; eine Therapie, um die normale Muskelfunktion nach Immobilität oder Verletzung wiederherzustellen. Sanfte elektrische Impulse lassen den unbeweglichen Muskel kontrahieren (anspannen) und verhelfen ihm dadurch wieder zu mehr Kraft.

Wenn Sie diese Methode einsetzen, dann achten Sie darauf, dass die Elektroden richtig angebracht sind, so wie in der Abbildung gezeigt. Mit einem entsprechenden Elektrotherapiegerät können Sie auch andere schwache Muskeln in Ihrem Körper stärken, Muskelverspannungen lösen oder über das TENS-Programm Schmerzen lindern.

Die seitlichen Unterschenkelmuskeln (Peroneus) haben die Aufgabe, die Stabilität des Sprunggelenks aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass dieses nach innen umknickt. Nach einer Verletzung am Sprunggelenk verlieren diese Muskeln ihre reflexartige Kontraktionsfähigkeit und einen großen Teil ihrer Kraft. Deshalb macht es Sinn mit Hilfe von EMS Geräten gezielt den Peroneus-Muskel zu trainieren.

Kräftigung mit Gymnastikball

Legen Sie sich in Rückenlage so vor eine Wand, dass der Gymnastikball zwischen Ihrem Fuß und der Wand Platz hat. Mit dem betroffenen Fuß drücken Sie den Ball leicht gegen die Wand, so wie in der Zeichnung abgebildet. Bewegen Sie nun das angewinkelte Bein auf und ab und rollen sie den Ball an der Wand entlang.

Trainieren Sie mit gleichbleibend kräftigem Druck auf den Ball. Wenn Sie die Übung beherrschen, können Sie den Druck noch weiter erhöhen. Das kann so weit gehen, dass Ihr Becken vom Boden abhebt, was zusätzlich Ihre Körperkoordination trainiert.

Kräftigung Oberschenkel

Kräftigung und Stabilisationsübungen mit dem Trainingsband

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und befestigen Sie das elastische Trainingsband auf mittlerer Höhe, z.B. an einer Türklinke oder im Türrahmen. Das gesunde Bein steht auf der „Türseite“.

Ziehen Sie das Band mit beiden Händen am Körper vorbei, von einer Seite zur anderen und wieder zurück. Versuchen Sie die Bewegung gleichmäßig und nicht ruckartig auszuführen. Bleiben Sie dabei ruhig sitzen und bewegen Sie nur Ihren Oberkörper.

Als Variation der Übung können sie sich später anders herum hinsetzen, so dass der Zug von der anderen Seite kommt. Damit erhöht sich die Belastung für Ihr Bein. Zur weiteren Steigerung machen Sie die Übung auf einem Gymnastikball. Sie können Ihren Bewegungsablauf am besten kontrollieren, wenn Sie vor einem Spiegel üben.

Achten Sie darauf, dass Ihre Knie immer nach vorne ausgerichtet sind, so dass die Fußspitze, Knie und Hüfte auf einer Achse bleiben.

Trainingsband Fußreha Trainingsband Fußreha Trainingsband Fußreha

Dehnung der Oberschenkelmuskulatur

Oberschenkelvorderseite und Hüftstrecker

Stellen Sie sich in Schrittstellung mit dem betroffenen Bein nach hinten. Halten Sie den Oberkörper gerade und schieben Sie ihre Hüfte nach vorne. Das Knie des Standbeins bewegt sich dabei nach vorne, das andere Bein bleibt möglichst gestreckt.

Oberschenkelinnenseite

Standbein ist Ihr gesundes Bein. Die Bewegung erfolgt in Pfeilrichtung, bis Sie eine deutliche Dehnung an der Innenseite Ihres Oberschenkels spüren. Halten Sie die Dehnung einige Sekunden lang.

Oberschenkelrückseite

Diese Übung kennen Sie bereits aus Phase 1. Legen Sie das Bein mit VACOped auf die Sitzfläche eines Stuhls. Neigen Sie den Oberkörper so weit nach vorne, bis Sie eine Dehnung an der Oberschenkelrückseite spüren. Halten Sie den Rücken dabei leicht im Hohlkreuz.

Dehnung Oberschenkelrückseite Dehnung Oberschenkelrückseite Dehnung Oberschenkelrückseite

Kräftigung der Gesäßmuskulatur

Für diese Übung brauchen Sie einen stabilen Stuhl und ein elastisches Trainingsband. Befestigen Sie das Band an der Stuhllehne und stellen Sie sich wie abgebildet hinter den Stuhl. Stellen Sie das gesunde Bein auf das Trainingsband. Mit dem anderen Bein ziehen Sie das Band zur Seite und leicht nach hinten. Versuchen Sie den Oberkörper dabei ruhig und gerade zu halten. Bewegen Sie das Bein einige Male hin und her, ohne es ganz abzusetzen.

Rumpfstabilisation

Befestigen Sie Ihr Trainingsband auf mittlerer Höhe an der Tür. Sie sitzen auf einem Gymnastikball und stützen sich mit beiden Beinen gut am Boden ab. Ihre Hände halten die zwei Enden des Trainingsbandes etwa auf Augenhöhe.

Ziehen Sie nun die Bänder bei gebeugtem Ellenbogen in dieser Höhe mit beiden Armen gleichzeitig nach hinten, soweit es Ihnen möglich ist. Ihr Rücken geht dabei leicht ins Hohlkreuz. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Schultern nicht hochziehen. Versuchen Sie auch, Ihre Handgelenke ganz gerade zu halten.

Dann geben Sie dem Zug wieder nach und die Hände kommen in die Ausgangsposition zurück. Steigern Sie die Zahl der Wiederholungen je nach Kraft und Ausdauer.

Rumpfstabilisation

Adapterumstellung / Winkeleinstellung

Bevor Sie in die nächste Phase ohne VACOped gelangen, können Sie noch einen Zwischenschritt einbauen, der Ihnen das Gehen ohne Fixierung durch VACOped erleichtert. Sie können mit Hilfe des ROM-Adapters die Gelenke am VACOped kontrolliert freigeben.

Dadurch werden Ihre Gelenke langsam wieder an die normale Bewegung gewöhnt. Die Freigabe der Beweglichkeit kann je nach Verletzung und Behandlung oftmals schon sehr früh erfolgen. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie diese Umstellung vornehmen können.

Schritt 1: Schlüssel aus der Halterung nehmen und in die Schraube stecken. Hinweis: bei einer Winkeleinstellung von 10° bis 30° bitte Keilsohle verwenden.

VACOped Adapter Schritt 1

Schritt 2: Schlüssel waagerecht drehen.

VACOped Adapter Schritt 2

Schritt 3: Schraube anheben und an die gewünschte Position schieben.

VACOped Adapter Schritt 3

Schritt 4: Schlüssel senkrecht drehen. Die obigen Schritte mit der anderen Schraube wiederholen.

VACOped Adapter Schritt 4