Tennisarm: Ursachen, Symptome und Behandlung im Überblick

Tennisarm: Ursachen, Symptome und Behandlungen im Überblick

 

Ein Tennisarm ist eine weit verbreitete Überlastungsreaktion, die nicht nur Sportler, sondern auch Menschen im Alltag und im Berufsleben betrifft. Durch wiederholte, einseitige Bewegungen kommt es zu Reizungen und Entzündungen der Sehnenansätze am Ellenbogen, die mit zunehmender Belastung schmerzhafte Beschwerden verursachen können. Da sich die Symptome häufig schleichend entwickeln und anfangs unterschätzt werden, bleibt der Tennisarm oft lange unbehandelt. Eine rechtzeitige Diagnose und gezielte Therapie sind jedoch entscheidend, um die Armfunktion vollständig wiederherzustellen.

 

Das Wichtigste im Überblick

 

Überlastung der Unterarmmuskulatur verursacht Reizungen und Entzündungen am äußeren Ellenbogen.

 

Typische Symptome: Schmerzen bei Belastung, Druckempfindlichkeit, Kraftverlust und Ausstrahlung in den Unterarm.

 

Ursachen sind wiederholte, einseitige Bewegungen im Alltag, Beruf oder Sport.

 

Behandlung erfolgt meist konservativ durch Schonung, Schmerztherapie und Physiotherapie.

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Was ist ein Tennisarm?

2. Wie entsteht ein Tennisarm?

3. Was sind die Symptome bei einem Tennisarm?

4. Wie behandelt man einen Tennisarm?

 

 

Was ist ein Tennisarm?

 

Ein Tennisarm (medizinisch Epicondylitis humeri radialis) ist eine schmerzhafte Reizung oder Entzündung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens, verursacht durch Überlastung der Unterarmstreckmuskulatur. Durch wiederholte, einseitige Bewegungen entstehen Verspannungen und Mikroverletzungen, die zu Entzündungen führen. Unbehandelt kann der Zustand chronisch werden und im Extremfall sogar zu einem Muskelabriss führen.

Ein Tennisarm entsteht nicht nur beim Tennisspielen – viele alltägliche und berufliche Tätigkeiten können ihn verursachen. Die Diagnose erfolgt durch Befragung, körperliche Untersuchung und ggf. Röntgen, Ultraschall oder – bei langanhaltenden Beschwerden – MRT, um andere Ursachen auszuschließen. Der Heilungsverlauf hängt stark davon ab, wie früh die Beschwerden erkannt und behandelt werden.

 

 

Wie entsteht ein Tennisarm?

 

Ein Tennisarm entsteht durch eine Überlastung der Streckmuskulatur des Unterarms, deren Sehnen an einem Knochenvorsprung (Epicondylus) an der Außenseite des Ellenbogens ansetzen. Durch wiederholte, einseitige oder ungewohnt starke Belastungen kommt es zu Verspannungen, Mikroverletzungen und schließlich Entzündungen am Sehnenansatz.

Häufige Ursachen sind Computerarbeit, handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeit, Musizieren oder sportliche Bewegungen wie Tennis, Squash oder Rudern. Auch Fehlhaltungen, Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich oder Probleme der Halswirbelsäule können die Beschwerden begünstigen.

Weitere Risikofaktoren sind mangelndes Aufwärmen und ungünstige Technik. Die Schmerzen treten besonders bei Greif- und Streckbewegungen auf, da die gereizten Sehnen Handgelenk und Finger strecken und am Ellenbogengelenk beteiligt sind. Unbehandelt kann die Entzündung chronisch werden und im Extremfall die Sehne so schwächen, dass ein Muskelabriss droht.

 

 


Was sind die Symptome bei einem Tennisarm?

 

 

Die Symptome eines Tennisarms entwickeln sich oft schleichend, können aber auch plötzlich auftreten. Anfangs verspüren Betroffene meist stechende Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, besonders nach belastenden Tätigkeiten wie Heben, Schrauben, Arbeiten mit Maus und Tastatur oder dem Einsatz schwerer Werkzeuge. Diese frühen Beschwerden klingen zunächst häufig wieder ab und werden daher oft unterschätzt. Bereits in dieser Phase ist der Sehnenansatz druckempfindlich, ein Hinweis auf beginnende Reizungen.

Mit zunehmender Überlastung nehmen die Beschwerden zu: Die Schmerzen treten verstärkt bei Bewegungen auf, insbesondere beim Greifen, Heben, Drehen des Unterarms oder beim Strecken der Hand und Finger. Häufig strahlt der Schmerz vom Ellenbogen in den Unterarm, das Handgelenk oder bis in die Hand aus. Durch die Entzündung können Schwellungen und Rötungen am betroffenen Bereich entstehen, und die Unterarmmuskulatur wirkt oftmals hart und verspannt.

Im Alltag bemerken Betroffene zunehmend Kraftverlust, etwa beim Öffnen von Flaschen, Tragen von Gegenständen oder festem Händedruck. Viele berichten von einer eingeschränkten Greiffähigkeit und einer verminderten Beweglichkeit des Arms. Im späteren Verlauf können die Schmerzen sogar in Ruhe oder nachts auftreten und die Schlafqualität beeinträchtigen.


Treten die Beschwerden stattdessen an der Innenseite des Ellenbogens auf, handelt es sich meist um einen Golferellenbogen, der zwar ähnliche Symptome, aber eine andere Lokalisation und Ursache hat.

 

 

 
 
 

Wie behandelt man einen Tennisarm?

 

Die Behandlung des Tennisarms basiert überwiegend auf konservativen Maßnahmen. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden ohne Operation erfolgreich therapieren, allerdings erfordert dies Geduld und konsequente Umsetzung – die Heilung kann mehrere Monate dauern.

 

1. Schonung und Anpassung von Belastungen

Die wichtigste Maßnahme ist die konsequente Entlastung des betroffenen Arms. Belastende Tätigkeiten – ob sportlich, beruflich oder im Alltag – sollten reduziert oder pausiert werden. In der akuten Phase kann eine Unterarmschiene oder eine Bandage helfen, das Handgelenk ruhigzustellen und den Sehnenansatz zu entlasten. Eine vollständige Ruhigstellung ist jedoch meist nicht notwendig; nur in schweren Fällen kommt eine Gipsschiene für ca. zwei Wochen zum Einsatz.

 

2. Schmerzlinderung

Kälte und Wärme

-Kälte (Coolpacks) hilft bei akuten Schmerzen und Entzündungen.

-Wärme eignet sich für länger bestehende Beschwerden, da sie die Durchblutung verbessert und Muskelverspannungen löst.


Medikamente

-Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac – als Tabletten oder Salben – sind in der Akutphase wirkungsvoll.

-Kinesiotapes können ergänzend Schmerzen reduzieren.

 

3. Physiotherapie

Die Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle und umfasst:

- Dehnübungen zur Entlastung der Sehnen

- Kräftigungsübungen für Unterarm-, Schulter- und Nackenmuskulatur

- Manuelle Techniken wie Querfriktion oder Faszienmobilisation

- Verbesserung der Ergonomie und Bewegungstechnik

 

Ziel ist die Zugentlastung und langfristige Kräftigung der belasteten Strukturen.

 

4. Operative Behandlung

Eine Operation wird nur dann erwogen, wenn:

- konservative Therapien nach 6–12 Monaten erfolglos bleiben oder

- strukturelle Schäden wie Teilrisse vorliegen.

Der Eingriff erfolgt meist minimalinvasiv und zielt darauf ab, entzündetes oder geschädigtes Gewebe zu entfernen, die Sehne zu entlasten oder den Muskelzug zu reduzieren.


Schonung und Sportpause

​​​​​​​Die wichtigste Therapie beim Tennisarm besteht darin, den betroffenen Arm einige Zeit konsequent zu schonen und schmerzhafte Bewegungen strikt zu meiden. Das gilt nicht nur für den Sport, sondern auch für Ihre alltäglichen Aktivitäten.

 

 

Fazit 

 

Ein Tennisarm ist eine häufige, aber oft unterschätzte Überlastungsreaktion, die ohne rechtzeitige Behandlung leicht chronisch werden kann. Eine frühzeitige Diagnose, konsequente Schonung und gezielte physiotherapeutische Maßnahmen sind entscheidend, um die Entzündung zu reduzieren und die Armfunktion langfristig wiederherzustellen. Da die Heilung mehrere Monate dauern kann, sind Geduld und eine kontinuierliche Anpassung der Belastung besonders wichtig. Mit der richtigen Therapie lässt sich ein Tennisarm jedoch in den meisten Fällen vollständig und ohne operative Eingriffe ausheilen.