Entzündete Achillessehne: Symptome erkennen und richtig behandeln
Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers und spielt eine entscheidende Rolle bei nahezu jeder Bewegung des Fußes. Durch ihre hohe Belastung beim Gehen, Laufen und Springen ist sie jedoch anfällig für Überlastungen und Verletzungen. Eine Achillessehnenentzündung entwickelt sich häufig schleichend und kann die Beweglichkeit sowie die Lebensqualität deutlich einschränken. Um langfristige Beschwerden zu vermeiden, sind eine frühzeitige Diagnose, die richtige Behandlung und gezielte Präventionsmaßnahmen besonders wichtig.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist eine Achillessehnenentzündung?
- Wie macht sich eine entzündete Achillessehne bemerkbar?
- Wie lange dauert die Heilung einer Achillessehnenentzündung?
- Behandlung einer Achillessehnenentzündung
- Wie kann ich eine Achillessehnenverletzung vermeiden?
Was ist ein eine Achillessehnenentzündung?
Die Achillessehnenentzündung ist eine schmerzhafte Reizung oder Entzündung der Achillessehne, die die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein verbindet. Die Achillessehne ist die stärkste, längste und dickste Sehne des menschlichen Körpers und spielt eine zentrale Rolle beim Gehen, Laufen, Springen sowie beim Stehen auf den Zehenspitzen.
Ihre Aufgabe besteht darin, die Kraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß zu übertragen. Dabei muss sie mit jedem Schritt ein Mehrfaches des Körpergewichts abfangen. Durch diese hohe Belastung ist sie besonders anfällig für Überlastungen. Bei einer Entzündung verliert die Sehne an Elastizität, verkürzt und verhärtet sich. Typische Beschwerden sind Schmerzen, insbesondere beim Auftreten und bei Belastung. Häufig treten die Schmerzen etwa 3 bis 5 Zentimeter oberhalb des Ansatzes am Fersenbein auf.
Die häufigsten Ursachen sind Über- und Fehlbelastungen, vor allem durch intensiven Sport. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können sehr hartnäckig sein. Bleibt die Entzündung unbehandelt oder wird die Sehne weiterhin stark belastet, kann dies zu chronischen Problemen oder sogar zu einem Achillessehnenriss führen.
Wie macht sich eine entzündete Achillessehne bemerkbar?
Eine Achillessehnenentzündung äußert sich vor allem durch Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit im Bereich der Achillessehne. Die Beschwerden entwickeln sich häufig schleichend und nehmen bei Belastung zu.
Typische Symptome sind:
- Morgenschmerz: starke Schmerzen nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhephasen
- Anlaufschmerz: Beschwerden zu Beginn der Bewegung, die nach einigen Schritten oft nachlassen
- Belastungsschmerz: Schmerzen beim Gehen, Laufen oder Sport, die nach Belastung wieder zunehmen können
- Ziehende Schmerzen entlang der Achillessehne, teilweise bis in die Wade ausstrahlend
- Druckempfindlichkeit der Sehne, besonders 2 bis 6 cm oberhalb des Fersenbeins
- Schwellung, Rötung und Überwärmung im Bereich der Sehne
- Tastbare Verdickung der Achillessehne, häufig spindelförmig ausgeprägt
- Steifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit des Fuß- und Sprunggelenks
- In chronischen Fällen können Reibegeräusche (Krepitationen) bei Bewegung auftreten
- Bei fortgeschrittenem Verlauf bestehen die Schmerzen auch in Ruhe
Akute und chronische Beschwerden
Akute Entzündungen verursachen meist plötzlich auftretende Schmerzen und Schwellungen. Chronische Verläufe sind dagegen durch langanhaltende Schmerzen, Steifheit und eine verminderte Belastbarkeit gekennzeichnet.
Abgrenzung zum Achillessehnenriss
Treten plötzlich sehr starke Schmerzen, eine deutliche Schwellung, eine Delle im Sehnenverlauf, eingeschränktes Gehen oder ein hörbares Knall- bzw. Reißgeräusch auf, kann dies auf einen Achillessehnenriss hinweisen, der sofort ärztlich abgeklärt werden sollte.
Zur Diagnose untersucht der Arzt die Achillessehne durch Abtasten und prüft ihre Funktion. Häufig werden zusätzlich Ultraschall- oder bildgebende Untersuchungen eingesetzt.
Wie lange dauert die Heilung einer Achillessehnenverletzung?
Die Dauer der Heilung hängt vom Schweregrad der Entzündung, dem Zeitpunkt des Therapiebeginns und der konsequenten Umsetzung der Behandlung ab.
Akute Achillessehnenentzündungen können bei frühzeitiger und konsequenter Therapie häufig innerhalb von mehreren Wochen abheilen. Chronische Beschwerden benötigen deutlich mehr Zeit und können sich über mehrere Monate hinziehen. Bis die Achillessehne wieder vollständig belastbar ist, vergehen je nach Verlauf oft Wochen bis Monate.
Neben der Schwere der Verletzung beeinflussen auch die gewählte Behandlung, das individuelle Heilungsverhalten sowie die körperliche Verfassung der Betroffenen die Dauer der Genesung. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Entlastung der Sehne können den Heilungsverlauf deutlich verbessern.
Behandlung einer Achillessehnenentzündung
Die Behandlung einer Achillessehnenentzündung zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu reduzieren und die Heilung der Sehne zu fördern. Zunächst sollte die Achillessehne geschont und belastende Aktivitäten wie Laufen oder Springen reduziert werden. Bei akuten Beschwerden können Kühlung und entzündungshemmende Medikamente nach ärztlicher Rücksprache helfen.
Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist die Physiotherapie, insbesondere das sogenannte exzentrische Training der Wadenmuskulatur. Dieses stärkt die Muskulatur und unterstützt die Regeneration der Sehne. Bei länger bestehenden Beschwerden kann zusätzlich eine Stoßwellentherapie eingesetzt werden, um die Durchblutung anzuregen und den Heilungsprozess zu fördern.
In manchen Fällen werden Orthesen, spezielle Schuhe oder Einlagen zur Entlastung der Sehne eingesetzt. Nur wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder größere Schäden an der Sehne vorliegen, kann eine operative Behandlung notwendig werden. Zur Vorbeugung sind ein angepasstes Training, gutes Schuhwerk sowie regelmäßige Dehn- und Aufwärmübungen empfehlenswert.
Wie kann ich eine Achillessehnenverletzung vermeiden?
Mit gezielten Präventionsmaßnahmen lässt sich das Risiko für Achillessehnenverletzungen deutlich reduzieren. Wichtig sind vor allem ein ausreichendes Aufwärmen und Dehnen vor dem Sport sowie eine schrittweise Steigerung der Trainingsbelastung, um Überlastungen zu vermeiden.
Ebenso wichtig sind eine gut trainierte Wadenmuskulatur und regelmäßige Kräftigungsübungen, da diese die Achillessehne entlasten. Geeignetes Schuhwerk mit guter Dämpfung und optimaler Passform unterstützt die natürliche Bewegung des Fußes und kann Fehlbelastungen vorbeugen. Bei Fehlstellungen können orthopädische Einlagen sinnvoll sein. Regelmäßige Ruhe- und Erholungsphasen, abwechslungsreiche Trainingsformen sowie das Vermeiden monotoner Belastungen helfen ebenfalls, die Sehne gesund zu halten. Darüber hinaus fördern eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ein gesundes Körpergewicht die Belastbarkeit von Muskeln und Sehnen.
Wer erste Anzeichen von Schmerzen oder Überlastung ernst nimmt und rechtzeitig reagiert, kann chronischen Beschwerden und schwerwiegenden Verletzungen oft vorbeugen.
Fazit
Eine Achillessehnenentzündung sollte nicht unterschätzt werden, da sie unbehandelt zu chronischen Beschwerden oder sogar einem Sehnenriss führen kann. Mit einer frühzeitigen Diagnose, konsequenter Therapie und ausreichend Schonung bestehen jedoch gute Heilungschancen. Ebenso wichtig sind gezielte Präventionsmaßnahmen, um die Achillessehne dauerhaft belastbar zu halten und erneuten Beschwerden vorzubeugen.