Was sind eigentlich Arthrodesen?

 

Starke Gelenkschmerzen, Instabilität und eingeschränkte Beweglichkeit können den Alltag erheblich beeinträchtigen – insbesondere dann, wenn konservative Therapien nicht mehr ausreichen. In solchen Fällen kann eine Arthrodese eine wirksame Behandlungsoption sein. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Eingriff, wann wird er durchgeführt und was bedeutet er für Betroffene im Alltag?

In diesem Beitrag geht es darum, was eine Arthrodese ist, wann sie zum Einsatz kommt, wie der Eingriff abläuft, welche Risiken bestehen und wie die Rehabilitation danach aussieht.

 

 

Das Wichtigste im Überblick

 

  • Arthrodese ist eine operative Gelenkversteifung zur Schmerzlinderung und Stabilisierung bei schweren Gelenkschäden
  • Sie wird meist als letzte Behandlungsoption eingesetzt, wenn andere Therapien nicht mehr helfen
  • Der Eingriff führt zum dauerhaften Verlust der Beweglichkeit, kann aber die Lebensqualität verbessern
  • Nach der Operation sind Rehabilitation, Physiotherapie und konsequente Nachsorge entscheidend für den Heilungserfolg

 

Inhaltsverzeichnis

 

  1. Was ist eine Arthrodese?
  2. Was macht man bei einer Arthrodese?
  3. Wann braucht man eine Arthrodese?
  4. Welche Risiken birgt eine Arthrodese?
  5. Reha und Nachsorge

 

Was ist eine Arthrodese?

 

Die Arthrodese ist eine operative Versteifung eines Gelenks, bei der die beteiligten Knochen gezielt miteinander verschmolzen werden, sodass das Gelenk dauerhaft unbeweglich wird. Sie wird vor allem bei stark geschädigten Gelenken, beispielsweise durch fortgeschrittene Arthrose, eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, Stabilität zu schaffen und die Belastbarkeit zu verbessern. Dabei fixieren Chirurginnen und Chirurgen die Knochen mit Schrauben, Platten oder Nägeln, bis sie fest zusammenwachsen. Obwohl die Beweglichkeit des Gelenks dabei verloren geht und der Eingriff nicht rückgängig gemacht werden kann, führt die Arthrodese in den meisten Fällen zu einer Schmerzreduktion. Häufig stellt sie die letzte Behandlungsoption dar, wenn andere Therapien wie der Einsatz einer Prothese nicht möglich oder nicht erfolgreich sind.

 

 

Wann braucht man eine Arthrodese?

 

Eine Arthrodese wird vor allem bei schweren Gelenkschäden eingesetzt, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen. Häufige Gründe sind eine fortgeschrittene Arthrose kleiner Gelenke, rheumatoide Arthritis, chronische Gelenkinstabilität oder die Lockerung eines künstlichen Gelenks, das nicht ersetzt werden kann. Auch Fehlstellungen, schlecht verheilte Knochenbrüche, Entzündungen, Infektionen oder Knorpelschäden können eine Arthrodese notwendig machen.

 

Der Eingriff kommt meist erst dann infrage, wenn starke Schmerzen, Instabilität und eine zunehmende Bewegungseinschränkung vorliegen und weder Medikamente noch ein künstlicher Gelenkersatz helfen oder möglich sind. Besonders bei großen Gelenken versucht man jedoch zunächst, die Beweglichkeit durch Prothesen zu erhalten. Ob eine Arthrodese durchgeführt wird, hängt immer von der individuellen Situation des Patienten, seiner Krankengeschichte und den Belastungen im Alltag ab.

 

 

Wie läuft eine Arthrodese ab und welche Narkoseverfahren kommen zum Einsatz?

 

Bei einer Arthrodese wird das betroffene Gelenk operativ versteift. Der Eingriff erfolgt entweder in Vollnarkose oder in Spinalanästhesie, bei der der Patient wach bleibt, aber keine Schmerzen spürt. In manchen Fällen, etwa am Sprunggelenk, reicht auch eine lokale Nervenblockade in Kombination mit einer leichten Narkose aus, die auch nach der Operation noch schmerzlindernd wirkt.

 

Vor der Operation wird der Eingriffsbereich gründlich desinfiziert und steril abgedeckt. Anschließend beginnt der eigentliche Eingriff, bei dem die Knochen so fixiert werden, dass sie zusammenwachsen können. Die Dauer der Operation hängt vom betroffenen Gelenk ab und liegt meist zwischen etwa 45 Minuten und eineinhalb Stunden.

 

 

 

Welche Risiken birgt eine Arthrodese?

 

Eine Arthrodese ist mit verschiedenen Risiken verbunden, die sowohl spezifisch für den Eingriff als auch allgemein für Operationen sind.

 

Spezielle Risiken der Arthrodese:

  • Bildung eines Falschgelenks, bei dem die Knochen nicht richtig zusammenwachsen
  • Chronische Schmerzen
  • Dauerhafte Bewegungseinschränkung
  • Sensibilitätsstörungen (z. B. Taubheitsgefühle)
  • Leichte Verkürzung des betroffenen Arms oder Beins

 

Seltene, aber mögliche Komplikationen:

  • Ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose)
  • Fehlstellung des versteiften Gelenks
  • Notwendigkeit einer erneuten Operation
  • Nervenschäden

 

Faktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Rauchen und Alkoholkonsum
  • Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Adipositas
  • Bestimmte Medikamente
  • Mangelernährung oder Vitaminmangel
  • Durchblutungsstörungen

 

Trotz dieser Risiken verläuft die Arthrodese in den meisten Fällen erfolgreich und führt häufig zu einer Schmerzreduktion.

 

 

Reha und Nachsorge

 

Nach einer Arthrodese erfolgt die Nachsorge individuell, folgt aber meist einem ähnlichen Ablauf. Nach etwa zwei Wochen – abhängig vom betroffenen Gelenk sowie der Freigabe durch den behandelnden Arzt – beginnt in der Regel die schrittweise Mobilisation. Diese wird meist durch Physiotherapie unterstützt, wobei die Übungen auch zu Hause regelmäßig durchgeführt werden sollten. Da jeder Heilungsverlauf individuell ist, kann der Zeitpunkt und Verlauf der Mobilisation jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Häufig wird zusätzlich eine Rehabilitationsmaßnahme empfohlen, um den Wiedereinstieg in Alltag und Beruf zu erleichtern.

 

Das operierte Gelenk wird zunächst ruhiggestellt, meist mit einem Gips für mehrere Wochen, danach kommen je nach Eingriff spezielle Hilfsmittel wie ein Schuh oder eine Gehschiene zum Einsatz. Eine gesunde Lebensweise, gute Ernährung sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol fördern die Heilung. Ziel der Nachbehandlung ist es, die Mobilität schrittweise wiederherzustellen und Schmerzen zu reduzieren.

 

 

Fazit 

 

Die Arthrodese ist ein operativer Eingriff, der vor allem bei schweren Gelenkschäden und starken Schmerzen eingesetzt wird, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Ziel der Gelenkversteifung ist es, Schmerzen zu reduzieren, Stabilität zu schaffen und die Belastbarkeit des betroffenen Bereichs zu verbessern. Für viele Betroffene kann dies zu einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität führen.

Gleichzeitig handelt es sich jedoch um einen irreversiblen Eingriff: Das versteifte Gelenk bleibt dauerhaft unbeweglich, wodurch ein bleibender Funktions- und Bewegungsverlust entsteht. Zudem kann die veränderte Belastung dazu führen, dass benachbarte Gelenke stärker beansprucht werden und dort im Laufe der Zeit neue Beschwerden oder Verschleißerscheinungen auftreten. Deshalb sollte eine Arthrodese immer sorgfältig abgewogen und individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Entscheidend für den Behandlungserfolg sind neben der Operation selbst auch eine konsequente Nachsorge, Physiotherapie und Geduld während der Rehabilitation.